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Sich vergewissern, daß es wirklich
ist. Die Arbeiten von Alois Öllinger umfassen
einen weiteren Bereich künstlerischer Techniken und ästhetischer
Haltungen. Sie erstrecken sich von traditionellen Bildkompositionen über
bühnenartige Arrangements von Bildkulissen hin zu Rauminstallationen. Zum einen herrscht in allen Arbeiten ein Hang
zum Konzeptionellen vor. Es wird ein besonderer Augenmerk auf die Entfaltung
der verschiedenen Zeitdimensionen künstlerischen Arbeitens gelegt.
Die Arbeit beginnt als Vorhaben, Projekt oder Konzept, welches in der
Ausführung bestimmte Spuren zeitigt, die wiederum aus ihrem ursprünglichen
Zusammenhang genommen, als die Brechung verschiedener Weisen des Abwesenden
erscheinen. Zum anderen tendieren die Arbeiten dahin, sich gleichsam Bestätigung
durch ihre reale oder fiktive Situierung im Raum zu holen. Dieser Raum
kann entweder der Natur oder der zivilisierte, dörfliche oder urbane
Raum sein. Diese eigentümliche Stellung der Arbeiten Alois Öllingers
zum Raum und im Raum wird besonders in seinen Installationen deutlich,
findet aber auch in seinen Bildern einen Ausdruck. In beiden Fällen
fungiert der Raum als ein bereits vorhandener. Gegenstände werden
in ihn eingebracht. In diesem Einbringungsvorgang erfährt der Raum
eine spezifische Bestätigung und Vergewisserung, welche sich auf
die eingebrachten Dinge überträgt. Das künstlerische Vorhaben entpuppt sich als Gegenüberstellung des räumlich wie zeitlich Davorliegenden und Danachkommenden, z.B. bei einer Einbringung im Raum. Die spezifische Affirmation und Vergewisserung mit der Einbringung eines Gegenstandes in den Raum, ereignet sich auch mit der Ausstellung einer Spur, die von Vergangenem zeugt, in der Gegenwart, oder dem Projekt, eine solche Spur in der Zukunft entstehen zu lassen. Indem das räumlich und zeitlich Verflochtene und Zusammenliegende in einem Akt künstlerischer Reflexion auseinandergelegt wird, geschieht eine eigentümliche Entflechtung und Verdeutlichung räumlicher und geschichtlicher Konstellationen. Diese Verdeutlichung trägt aber nur soweit, als sie sich im Projekt, Konzept oder Vorhaben der sinnlichen Erfüllung von eigentlich utopischen künstlerischen Begriffen wie Ein-bringung, Vorstellung, Spur, Zeichnung entfaltet. Diese Erfüllung kann aber nie vollständig sein, weil sie in sich selbst die Rückversicherung auf Begriffe trägt, die zu realisieren sie vorgibt. Insofern ist sie immer eine utopische. In Alois Öllingers Arbeiten bricht sich dieses utopische Moment am Topischen. Indem sielt die konzeptionelle Entfaltung in einen Raum begibt, der ausdrücklich vorausgesetzt ist, bekommt sie von dort ihre Versicherung, daß sie wirklich ist. Die Zeichnung wird z.B. in dem realisierten Vorhaben einer Spirale aus Gülle, die ein Traktor in einer verschneiten Winterlandschaft auf einer Wiese zieht, zum Zeichen. Oder die Zeichnung gewinnt als Projekt, in einen Felsen, der als topographisch Raum der bestimmter bereits existiert, eingeritzt zu werden, ihre Realität. Auch in freien Zeichnungen, in denen solcher Raumbezug nicht ausdrücklich genannt ist, schwingt er als möglicher immer mit. Zeichnung bedeutet bei Alois Öllinger immer Teil eines realen oder fiktiven Projekts zu sein, welches sich auf den sozialen Raum oder den Naturraum bezieht. Ihre Verwirklichung ist somit immer ein Schritt ins Wirkliche. Emmerich Hörmann |